Google optimiert andauernd den Algorithmus der Suchmaschine und arbeitet fleißig daran nur hochwertige Inhalte zu präsentieren. Die Google Core Web Vitals (CWV) sind ein weiterer Schritt in diese Richtung. Webmaster müssen nun ihre Websites nach den neuen Werten optimieren, denn Google hat am 11.11.2020 angekündigt, dass die Core Web Vitals ab Mai 2021 in die Rankings mit einfließen werden. 

Hier wirst du erfahren, was genau die CWSs sind, wieso du sie unbedingt beachten musst und wie du sie für deine Seite und die deiner Kunden verbessern kannst. 

Was sind die Google Core Web Vitals?

Hier gibt es noch leichtes Verbesserungspotential bei den Core Web Vitals
First Contentful Paint,Speed Index, Largest Contenttful Paint, Time to Interactive, Total Blocking Time und Cumulative Layout Shift der Google PageSpeed Insights

Egal ob du eine Agentur leitest, oder deine eigenen Projekte betreust: Im Rahmen von einem SEO Audit wirst du in Zukunft immer auch einen Blick auf die Core Web Vitals werfen müssen. Sie sind Googles Versuch die User Experience (UX), also das Erlebnis des Besuchers auf einer Website, in Zahlen zu fassen. Nicht nur in der E-Commerce Beratung, sondern auch im Affiliate Marketing, für lokale Unternehmen und Info-Websites wird es wichtig Google zu beweisen, dass die angebotene User Experience herausragend ist. 

Gemessen wird die Page Experience anhand der folgenden drei Faktoren: 

  1. Largest Contentful Paint (LCP): In dem CLP Wert wird festgehalten, wie lange es dauert, bis die wichtigsten Inhalte der Website geladen sind. Google gibt an, dass dies spätestens nach 2,5 Sekunden der Fall sein sollte. Dieser Wert gibt Auskunft darüber, wie lange ein Websitebesucher warten muss, bis die für ihn interessanten Inhalte geladen wurden. 
  2. First Input Delay (FID): In dieser Kennzahl wird festgehalten, wie schnell die Website auf Interaktion des Besuchers reagiert, beispielsweise wenn er einen Link anklickt, oder Javascripts ausführen lässt. Dieser Wert sollte unter 0,1 Sekunden liegen. Gemessen wird die Zeit der ersten Interaktion bis zur Reaktion der Website.
  3. Cumulative Layout Shift (CLS): Der CLS Wert gibt an, wie stabil das optische Layout deiner Website ist (visuelle Stabilität). Darunter fallen beispielsweise die Sidebar, der Footer und die Navigation. Je mehr diese sich auf verschiedenen URLs voneinander unterscheiden, desto höher der Wert des CLS. Google gibt den Idealwert als 0,1 oder niedriger an. CLS 0 gilt als Optimum.

Aktuell beschränkt sind Google auf das Erfassen dieser drei Kennzahlen (LCD, FID, CLS), hat jedoch angegeben in Zukunft die Core Web Vitals um weitere Parameter zu erweitern. Nach und nach möchte das Unternehmen so verstehen und festhalten, wie ein Besucher die Website tatsächlich wahrnimmt. 

Wieso werden die diese Faktoren so wichtig?

Google versucht schon lange zu verstehen, was genau auf einer Website passiert und wie sie von Besuchern angenommen wird, also wie die Page Experience ist. Es werden Daten wie die Verweildauer und die Bouncerate ausgelesen und die Ladegeschwindigkeit gemessen. Google hat, beispielsweise im Vergleich zu Amazon, den großen Nachteil, dass sie die Website nicht kontrollieren und daher keinen Zugang zu allen Daten haben. Google weiß nicht, wie hoch die Bestellrate in einem Onlineshop ist, oder wie viele Besucher ein angebotenes E-Book tatsächlich downloaden. Die Suchmaschine muss Annahmen treffen und Kennzahlen konstruieren, die dabei helfen. 

Um diesen Nachteil auszugleichen, wird Google nach und nach den Umfang der Google Core Web Vitals und anderen Signalen über die Page Experience zunehmend erweitern und stärker in die Rankings einfließen lassen. 

Webmaster und Agenturen sollten sie nicht nur als einen von vielen Rankingfaktoren sehen, sondern sie als Chance wahrnehmen. Sie helfen dabei eine Website so zu optimieren, dass die User Experience verbessert werden kann. Wer bisher mit Liebe und Blick zum Detail entwickelt hat, wird ab Mai 2021 nicht nur mit glücklichen Besuchern, sondern auch mit besseren Google-Rankings belohnt werden.

Die Core Web Vitals werden aktuell zusammen mit den folgenden Faktoren zur Einschätzung der User Experience herangezogen: 

  • Mobile Friendly
    • Wie benutzerfreundlich ist die Website auf mobilen Endgeräten? Sind Schrift, Buttons und andere Inhalte gut anklickbar und weit genug voneinander entfernt?
  • Safe Browsing
    • Sind Benutzer auf der Website sicher, oder werden unseriöse oder schadhafte Inhalte verbreitet?
  • HTTPS
    • Sind die Daten der Kunden sicher und werden sie über ein sicheres Protokoll übermittelt?
  • No Instrusive Interstitials 
    • Gibt es Inhalte die den Besucher auf der Website stören könnten, wie beispielsweise große Popups, Content Blocker oder übermäßig viel Werbung?

Der Core Web Vitals Test

Es gibt viele Möglichkeiten die CWV auswerten zu lassen:

Auch über verschiedene Chrome Extensions wie beispielsweise das Chrome DevTool oder den Chrome UX Report kann man die Werte einsehen. Google hat angekündigt nach und nach alle möglichen Analysetools mit einer Auswertung der Core Web Vitals zu versehen. In der Regel ist die Auswertung über die Google Search Console als Inhaber einer Websit der bequemste Weg.

Welchen Einfluss werden die CWV auf die Rankings haben?

Google hat bisher, genau wie bei allen anderen Rankingfaktoren, nicht spezifiziert, wie wichtig sie sein werden. Gary Illyes von Google gab auf Reddit jedoch zum Besten (frei übersetzt): 

“Wie jede andere Suchmaschine arbeitet Google hart daran, die besten und relevantesten Ergebnisse für Nutzeranfragen anzuzeigen. Die Core Web Vitals haben mit beidem nicht im Entferntesten etwas zutun. Es ist also extrem unwahrscheinlich, dass die CWSs jemals die primäre Faktor für organischen Traffic werden.”

Wie stark der Effekt ausfallen wird, kann erst nach umfangreichen Tests ab Mai 2021 beurteilt werden. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Auswirkungen von Nische zu Nische unterschiedlich ausfallen werden. Üblicherweise sind technischen Faktoren vor allem dann ausschlaggebend, wenn auf dem Großteil der miteinander konkurrierenden Websites sehr ähnlicher Content angeboten wird.

Wie kann man die Werte verbessern?

Es gibt viele verschiedene Stellschrauben, die die Core Web Vitals beeinflussen. Vor allem die folgenden sind nennenswert: 

  • Ladegeschwindigkeit
  • Aufschieben des Ladevorgangs nicht essentieller Inhalte
  • Minifizierung von Skripten
  • Einheitliche Menüs und Navigationsleisten
  • Lazy Loading für Inhalte unter der Faltlinie

Wie die verschiedenen Faktoren verbessert werden können hängt stark davon ab, was für eine Website gesprochen wird und wie diese technisch aufgebaut ist. Vor allem das Content Management System (CMS), oder das Shopsystem spielen hier eine Rolle. WordPress und Joomla haben üblicherweise andere Baustellen als Shopware oder Magento. Bei Blogs gibt es andere Dinge zu beachten als bei E-Commerce Projekten und so weiter. 

Um genau herauszufinden an welchem Punkt man ansetzen muss, ist eine genauere Analyse der Website notwendig. 

Ist beispielsweise der Wert des Cumulative Layout Shift (CLS) nicht zufriedenstellend, musst du dich durch die Website klicken und darauf achten, wann und wo sich Elemente verschieben oder verändern. In der Praxis handelt es sich meistens um Sidebars, die auf verschiedenen Unterseiten anders gestaltet wurden, oder verschoben werden. 

Ist der Wert des Largest Contentful Paint (LCP) zu hoch, liegt das in der Regel daran, dass es keine klare Anweisung für den Browser gibt, in welcher Reihenfolge die Elemente der Website geladen werden sollen. Es werden beispielsweise Elemente geladen, die erst angezeigt werden können, wenn ein später geladenes Element vorhanden ist. Denkbar ist auch, dass völlig unwichtige Elemente, die der Besucher ohnehin erst nach mehrmaligem Scrollen sieht, zu früh geladen werden. 

Wenn Verbesserungen des First Input Delay (FID) Wertes notwendig sind, sind meist extern geladener Code, oder zu viele Javascripts das Problem. Ebenfalls sehe ich oft, dass zu viele HTTP-Requests gestellt werden und somit die Reaktionszeit der Website leidet. 

Diese Fehler zu beheben ist kein Hexenwerk, erfordern jedoch etwas technisches Verständnis und eine systematische Herangehensweise an die Probleme. 

Abschließende Worte zu dem Thema

Suchmaschinenoptimierung wird in drei große Bereiche unterteilt: 

  • OnPage SEO
  • OffPage SEO
  • Technical SEO

In der Regel kommt die technische Seite bei der Optimierung meist zu kurz. Hierrunter fallen auch Optimierung des Largest Contentful Paint, First Input Delay und Cumulative Layout Shift. Es wird viel Geld für Content ausgegeben und es werden enorme Mühen unternommen um Links zu akquirieren, jedoch steht das Fundament, nämlich die Technik der Website, auf wackeligen Füßen. Designer haben meist einen zu starken Fokus auf die Optik und kaum Interesse/Knowhow für die handwerkliche Umsetzung. Das nachträgliche Beheben der zahlreichen Baustellen ist komplex und zeitaufwändig. Hier sind Experten rar gesät. Im Idealfall nimmt man sich deshalb etwas mehr Zeit um eine Website zu planen und anschließend umzusetzen.

Bei der Optimierung einer Website ist es wichtig, einen ganzheitlichen Blick zu haben und dennoch die kleinen Feinheiten der verschiedenen Disziplinen zu beherrschen. Nur auf diese Weise greifen die Zahnräder ineinander und es entsteht eine Website, die technisch einwandfrei ist, dem Besucher genau das bietet was er sucht und in den Augen der Suchmaschine über eine hohe Autorität verfügt. Kommen diese Faktoren zusammen, wird man jetzt und sehr wahrscheinlich auch in Zukunft große Mengen an organischem Traffic von Google erhalten. 

Falls du Probleme mit diesem Thema hast, stehe ich gerne bei Fragen zur Verfügung. Schick mir einfach eine E-Mail an silvan@silvanmundorf.de und ich werde mich sehr bemühen dir weitere Informationen zur Verfügung zu stellen. Gerne bin ich auch bereit als Dienstleister die Optimierung für dich zu übernehmen.