10 Schritte eine Social Media Strategie zu entwickeln und umzusetzen

Die bestehende Social Media Reichweite sinnvoll nutzen

Social Media Marketing zu betreiben ist total hipp. Doch die meisten Kampagnen scheitern. Hier erfahren Sie, woran das liegt. Zudem bekommen Sie einen 10-Schritte Plan, wo dem Sie eine erfolgreiche Social Media Strategie entwickeln.

Warum die meisten Social Media Strategien nicht aufgehen

10 Tipps für eine professionelle Social Media Strategie

Es gibt kaum noch Unternehmen, die nicht in den sozialen Netzwerken aktiv sind. In vielen Fällen sind diese jedoch mit einer vollkommen falschen Erwartungshaltung an das Unterfangen herangetreten. Man liest von großen Erfolgen anderer Unternehmen und von außen betrachtet sieht es so aus, als seien diese zufällig entstanden.

Aus diesem Gedanken heraus denkt man sich:

„Das müssen wir auch machen!“.

Das Resultat ist, dass ein ohnehin schon überarbeiteter Marketing-Mitarbeiter sich zusätzlich um das Social Media Marketing kümmern soll, oder der Chef ein paar Stündchen selbst Hand anlegt.

Eine Social Media Strategie zu entwickeln und umzusetzen erfordert allerdings Zeit, Geduld, Knowhow und ein ausreichendes Budget. Kommen diese Faktoren nicht zusammen, ist das Resultat vorprogrammiert. Das Werbegeld wurde verbrannt, es wurden keine Kunden akquiriert und alle Beteiligten sind frustriert. Mit diesen 10 Schritten kommen Sie zu einer funktionierenden Social Media Strategie und vermeiden Komplikationen.

1.      USPs und Assets identifizieren

Jedes Unternehmen ist einzigartig. Sie unterscheiden sich von der Konkurrenz beispielsweise durch ihre Entstehungsgeschichte, die Mitarbeiter, das Produkt, oder die Dienstleistung.

Genau das gilt es zu Ihrem Vorteil zu nutzen. Bevor Sie also überlegen, wie Sie sich vermarkten können, sollten Sie zunächst darüber nachdenken, was Sie von Ihrer Konkurrenz unterscheidet.

Finden Sie Unique Selling Points, also Alleinstellungsmerkmale und machen Sie sich Gedanken darüber, welche Ressourcen Sie im Unternehmen haben, die Sie gewinnbringend nutzen können. Das kann beispielsweise ein besonders schönes Büro, ein sympathischer Mitarbeiter, oder ein innovatives Produkt sein.

Falls Sie so etwas nicht finden, sollten Sie sich über die Gesundheit Ihrer Firma Gedanken machen und diese Punkte klarer ausarbeiten.

Auch die Rolle als Außenseiter und Underdog kann ein wunderbarer USP sein. Kämpfen Sie beispielsweise als lokaler Getränkehersteller gegen Coca-Cola & Co? Wunderbar. Das lässt sich ausgezeichnet vermarkten.

2.      Wo gibt es bereits Reichweite

Die bestehende Social Media Reichweite sinnvoll nutzen

Haben Sie sich bereits in der Vergangenheit mit Social Media Strategien beschäftigt und kleine Erfolge feiern können? Haben Sie beispielsweise einige Follower auf Facebook, Youtube, oder Instagram. Super. Auch wenn die Kampagnen damals nicht profitabel waren, können Sie auf den Teilerfolgen aufbauen und Ihre vorhandene Reichweite nutzen.

Erstellen Sie eine Liste mit allen Social Media Accounts die Ihr Unternehmen besitzt. Auch persönliche Konten können von Interesse sein. Wenn Sie in Ihrer Branche beispielsweise als Influencer gelten, oder mit Influencern befreundet sind, ist das ein ausgezeichneter Beschleuniger für Ihre Social Media Strategie.

3.      Zielgruppe definieren und ausfindig machen

Wer noch nicht weiß, wie exakt die Zielgruppe aussieht, tut gut daran, das zu ändern. Dabei gibt es verschiedene Vorgehensweisen. Falls bereits ein großer Kundenstamm existiert, sollte diese analysiert werden. Typische Merkmale sind:

  • Alter
  • Geschlecht
  • Herkunft
  • Beruf
  • Familienstatus
  • Bildungsstand
  • Gehalt
  • Lebensstil

Bei speziellen Produkten, wie beispielsweise Shampoo, können zudem interessante Merkmale wie die Haarlänge, die Haarfarbe, oder die Art des Haares (trocken, halbtrocken, spröde, schuppig,…) erfasst werden.

Marketer kennen zudem Zielgruppe, die besonders lukrativ sein können. Ein Beispiel dafür sind die WOOF, die Well of older Folks, die wohlhabenden Senioren.

Ein weiterer sinnvoller Ansatz ist das Entwerfen mehrerer Persona. Dabei entwirft man eine konkrete, fiktive Person, die Interesse an dem Produkt, oder der Dienstleistung hat. Man macht sich darüber Gedanken, was so jemand in seiner Freizeit tut, wo er arbeitet, welche Interessen verfolgt werden und wie der Freundeskreis aufgebaut ist.

Im Anschluss ist es an der Zeit herauszufinden, wo die Zielgruppe aktiv ist. Ich rate Ihnen dazu, sich zu Beginn hier auf die folgenden großen Plattformen zu beschränken:

  • Facebook
  • Instagram
  • YouTube
  • Xing

Wer sich bereits gut mit der Materie auskennt, kann auch neue, trendige Plattformen wie beispielsweise TikTok testen. Für eine grundlegende Social Media Strategie ist das im ersten Schritt jedoch nicht zielführend.

4.      Was will die Zielgruppe hören, worüber will ich reden

Die Zielgruppe wird nur dann auf Ihre Social Media Inhalte positiv reagieren, wenn diese für sie interessant sind. Sie sind als Unternehmer jedoch daran interessiert, über Ihre Themen zu sprechen. Das könnte beispielsweise sein, wie toll Ihr Produkt ist.

Finden Sie die Schnittmenge daraus, was Ihre Zielgruppe hören will und was für Ihr Unternehmen zuträglich ist. Ihnen bringt es weder etwas, wenn Sie eine Nachricht hinausschreien, die niemanden interessiert, noch wenn Sie eine Nachricht vermitteln, die zwar gehört wird, aber Ihrem Unternehmen keine Verkäufe bringt.

Auch die gewählte Plattform für die Social Media Strategie muss berücksichtigt werden. Während auf Facebook mittlerweile zunehmend ernste Inhalte diskutiert werden können, ist Instagram eher für kurzweilige Unterhaltung geeignet. Komplexere Themen können gut in langen Videos auf YouTube erläutert werden.

5.      Realistische Ziele definieren

Analysieren Sie Ihre eigenen Kompetenzen und die Ihres Teams. Welches Budget steht Ihnen zur Verfügung? Haben Sie jemanden, der sich mit der Thematik gut auskennt, oder müssen Sie zunächst Knowhow erwerben und aufbauen?

Schätzen Sie Ihre eigenen Mittel realistisch ein und leiten Sie daraus ein konkretes Ziel ab. Wählen Sie Parameter, mit denen Sie den Erfolg beziffern können. Diese könnten beispielsweise sein:

  • Follower
  • Reichweite
  • Klicks
  • Anfragen
  • Verkäufe

Auf diese Weise werden Sie Ihre Social Media Strategie messen, bewerten und verbessern können.

6.      Content produzieren

Nur gute Inhalte lassen sich sinnvoll mit einer Social Media Strategie verbreiten. Wenn Sie nur ein geringes Budget zur Verfügung haben, darf die Qualität des Contents nicht darunter leiden. Reduzieren Sie deshalb immer nur die Quantität, aber niemals die Qualität.

Bei der Produktion des Contents ist zudem sehr darauf zu achten, dass alle bisher erarbeiteten Informationen Anwendung finden. Achten Sie also darauf, dass Ihre Assets und USPs zum Tragen kommen, bestehende Reichweite effektiv nutzen, den Interessen Ihrer Zielgruppe und Ihres Unternehmens sinnvoll vereinen und für Ihre Ziele angemessen ist.

Ebenfalls sollten Sie beachten, dass jede Plattform ihre Eigenheiten hat. Wählen Sie beispielsweise Instagram aus, sollten die verwendeten Videos maximal 15 Sekunden lang sein, sodass sie gut über Stories verbreitet werden können. Auch Untertitel und Zeitleisten sind sinnvolle Features.

7.      Reichweite einkaufen

Ihre Social Media Strategie sollte stets bedacht haben, dass soziale Plattformen profitorientierte Unternehmen sind. In erster Linie wollen diese Werbegelder verdienen. Die Zeiten organischer Reichweiten sind vorbei.

Ausgezeichnete Inhalte helfen Ihnen nicht, wen diese niemand sieht. Aus diesem Grund sollten Sie mindestens genau so viel Budget für die Verbreitung, wie für die Erstellung des Contents einplanen. Nur wenn Sie ausreichende Aufmerksamkeit für Ihren Content generieren, werden Sie Reichweite haben und aus den Reaktionen und Resultaten Knowhow gewinnen können.

Die meisten Social Media Strategien benötigen etwas Anlaufzeit und Justierungen, um erfolgreich zu sein.

8.      Testen und verbessern

Eine Social Media Kampagne muss ständig verbessert werden

In regelmäßigen Abständen ist es an der Zeit, die Social Media Strategie zu überprüfen und zu verbessern. Durch neue Daten gibt es immer wieder die Möglichkeit die Zielgruppe zu verfeinern, das Budget anzupassen und die Zeit der Ausspielung zu verändern.

Darüber hinaus sollte stets ein Splittesting, auch A/B-Test genannt, betrieben werden. Dabei werden beispielsweise zwei Zielgruppen, zwei Inhalte, oder zwei Landingpages gegeneinander getestet. Im Anschluss wird die erfolgreichere Variante beibehalten.

Ruhen Sie sich aber nicht darauf aus, sondern starten Sie direkt den nächsten Splittest, sodass Sie sich immer näher der perfekten Social Media Strategie annähern.

9.      Zeit auf der Plattform verbringen

Immer häufiger sehe ich, dass Menschen auf Social Media Plattformen Werbung schalten, diese aber selber nicht verwenden. So ist es extrem schwierig ein Gespür für die Nutzer und das Umfeld zu bekommen. Bevor Sie Geld in eine Social Media Strategie investieren, sollten Sie die Plattformen kennen lernen und etwas Zeit mit ihr verbringen.
Bekommen Sie ein Gefühl dafür, welche erfolgreichen Anzeigen Sie präsentiert bekommen, was Ihre Konkurrenz tut und welche Reaktionen die Zielgruppe abgibt.

10.  Von guten Social Media Strategien lernen

Es gibt eine lange Liste von sehr erfolgreichen Social Media Kampagnen. Viele von ihnen finden Sie, wenn Sie selbst auf den Plattformen unterwegs sind. Wenn eine Kampagne über einen längeren Zeitraum immer wieder in Ihrem Feed auftaucht, ist davon auszugehen, dass sie profitabel betrieben wird. Halten Sie also Augen und Ohren offen und analysieren Sie das Gesehene.

Darüber hinaus habe ich hier ein paar Beispiele für erfolgreiche Social Media Strategien für Sie:

Aktiv an der Verbreitung durch die Zielgruppe arbeiten

Edeka hat mit einer Kampagne Wellen geschlagen und ausgezeichnete Resultate erreicht. Der Einzelhändler hat es geschafft, die Empfänger der Kampagne zu Botschaftern zu machen. Das gelang vor allem durch das Aufgreifen eines aktuellen Themas.

Die Menschen wurden in einem Moment wachgerüttelt, in dem sie nicht damit gerechnet haben. Zudem enthielt die Kampagne eine Botschaft, welche die Empfänger gerne teilen, die sie sich dabei gut fühlen.

Edeka räumte alle Waren aus den Regalen, die nicht „typisch deutsch“ sind. Darüber hinaus wurde ein Schild aufgestellt, welches folgenden Schriftzug trug: „So leer ist ein Regal ohne Ausländer“.

Hier ein Auszug dazu:

https://www.youtube.com/watch?v=-fHOIZKSUCc

Kundenfeedback ernstnehmen und das Unternehmen reformieren

Jedes Unternehmen bekommt dauerhaft Feedback von den Kunden. Viele Unternehmer nehmen dieses leider nicht ernst. AirBnB bekam im Jahre 2016 Probleme, da Gastgeber bei der Wahl ihrer Gäste sehr wählerisch waren und nach diskriminierenden Merkmalen urteilten.
In dieser bedrohlichen Situation schaffte es AirBnB sie zum eigenen Vorteil zu nutzen. Das Unternehmen änderte die Geschäftsbedingungen, integrierte einen Passus der sicherstellt, dass alle Kunden gleich behandelt werden. Im Anschluss folgte eine Werbekampagne unter dem Hashtag „#WeAccept“.

https://www.youtube.com/watch?v=yetFk7QoSck

Welche Probleme und Hindernisse sind Ihnen im Bereich Social Media Marketing begegnet? Schreiben Sie diese gerne in die Kommentare!